Tag 6: Wandern im tropischen Regenwald (Wo ist die Kokosnuss?)g

Heute mussten wir schon um 5:30 Uhr aufstehen, da wir um 6 Uhr aufbrechen wollten, die Abfahrt verzögerte sich aber leider um eine halbe Stunde😞. Nach dem Frühstück packten wir unsere Koffer wieder in den Bus und fuhren in Richtung Kivusee, unserem heutigen Endziel.

Zunächst fuhren wir aber in den Nyungwe-Nationalpark, einem tropischen Bergregenwald, zusammen mit fünf Schülern und zwei Lehrern, darunter dem Schulleiter, unserer Partnerschule in Vumbi. Auf dem Weg in den Regenwald sahen wir mehrfach Affen 🐒.Einer der Affen kam relativ nah an den Bus heran. Wir freuten uns alle sehr über die süßen Tiere😍. Kurz darauf sahen wir noch eine kleine Antilope, die aber schnell im Gebüsch verschwand. Als wir am Uwinka overlook ankamen und zum ersten Mal im Regenwald standen, überwältigten uns die Eindrücke (Gerüche und Geräusche)🌿🌱💧💦.

Wir waren alle sehr glücklich einer der wenigen Schüler sein zu können, die im ruandischen Regenwald standen😁. Zu der Wanderung (Igishigishigi Trail) gehörte auch die Überquerung einer riesigen Hängebrücke, dem Canopy-Walk, die meisten von uns hatten dabei Höhenangst. Die Qualen waren es Wert, denn die Aussicht war umwerfend.

Als wir nach der Wanderung hungrig😋und erschöpft 😓wieder am Uwinka overlook ankamen, wartete unser Guide Dominik schon mit einem leckeren Picknick aus Brötchen, Käse, Sambusas, frischer Avocado, Mango, Maracuja, Bananen und Ananas auf uns. Wir freuten uns alle sehr über das leckere Essen 🥖🧀🥑🍌.

Nach der langen Wanderung mussten wir uns leider von unseren Freunden aus Vumbi verabschieden. Dann machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel am Kivusee. Bei der mehrstündigen Busfahrt durch die traumhafte Hügellandschaft (Land der tausend Hügel) sahen wir auf dem Weg leuchtend grüne Teefelder 🍵. Die restliche Fahrt dauerte etwa vier Stunden. Als wir dann an unserem neuen Hotel ankamen, bezogen wir die Zimmer und genossen den Rest es Tages mit der wunderbaren Aussicht☺️.

Wanja und Urs

Tag 5: Gemeinsamer Museumsbesuch in Huye

Nach einem längeren Ausschlafen gingen wir gemütlich Frühstücken. Danach sind wir um 10:15 Uhr mit Schülern von unserer Partnerschule und Albert (einer der Austauschschüler vom vorletzten Jahr), die schon im Bus auf uns warteten, in das ethnologische Museum gefahren.

Dort angekommen haben wir von einem Museumsmitarbeiter eine Führung durch das Museum bekommen, wodurch wir neben vielen Relikten (Werkzeuge, Transportbehälter, Keramik, Schmuck, Kleidung, Kunst und Architektur u.v.m) sehr viel über die Geschichte, die Geografie, die Natur und die Ureinwohner Ruandas kennengelernt haben wie man zum Beispiel Bananenbier herstellt und man frūher Elefanten mit Speeren gejagt hat . Als wir mit der Führung fertig waren, haben wir uns dazu entschieden, noch traditionelle ruandische Tänze und Trommeldarbietungen von der bekanntesten Künstlergruppe des Landes anzusehen . Wie die Tänzer, Sänger und Trommler fast fertig waren, wurden wir eingeladen, mit ihnen zu tanzen und selbst zu trommeln.

Nach dem Aufenthalt im ethnologischen Museum sind wir zusammen mit den Lehrern und Schülern aus unserer Partnerschule zu einem ruandischen Restaurant essen gegangen und haben uns mit den Schüler ausgetauscht. Nach dem Essen, das uns allen sehr gut geschmeckt hat, haben wir die Schüler und die Lehrer soweit wie möglich in die Nähe der Partnerschule gefahren, damit sie nicht so weit laufen mussten.

Danach sind wir zusammen zu Domis ehemaliger Universität gefahren, die einen Wald aus Bäumen aus aller Welt angepflanzt hat. Dort sind wir spazieren gegangen und haben mehrere Tiere gesehen wie zum Beispiel Antilopen, Affen🐒 und einen außergewöhnlichen Frosch 🐸.

Anschließend haben wir noch Albert verabschiedet und sind noch in einen Handcraft-Shop, wo sich manche zum ersten Mal mit einigen Mitbringseln eingedeckt haben. Dann sind wir schließlich zu unsere Unterkunft zurück gefahren und haben angefangen unsere Koffer zu packen, weil wir morgen sehr zeitig aufbrechen.

Jonah & Valentin

Tag 4: Ein weiterer Tag an unserer Partnerschule Vumbi

Um 7:00 Uhr sollte es eigentlich Frühstück geben, da aber manche Schüler ein wenig verschliefen, verzögerte es sich um 15 Minuten. Viertel vor acht gingen wir dann wieder zur unserer Partnerschule. Da der Bus wieder nicht hochfahren konnte, mussten wir sportliche Leistung und Begeisterung zeigen. Wir wurden sehr freundlich empfangen.

Um 10:00 Uhr begann der Unterricht und wir wurden in drei Gruppen aufgeteilt, die in verschiedenen Klassensäle gebracht wurden.Im Unterricht haben wir uns dann neben die Schüler gesetzt und beobachtet, wie der Unterricht bei Ihnen abläuft. Es war sehr interessant zuzusehen, wie die Schüler sich benahmen und am Unterricht teilnahmen.Wenn sie was sagen wollten, mussten sie aufstehen.Eine Schülerin namens Aline hat uns beigebracht, wie man auf ruandisch sagen kann, wie man heißt. Izina ni mukesshimana Selma (Beispiel). Während die anderen Gruppen den Unterricht in Physik, Chemie, Biologie und Geschichte besuchten, hatte unsere Gruppe Englisch, in der zweiten Stunde hat Herr Poersch uns vorgestellt und noch etwas über unsere Schule erzählt. Max und Janis haben am Ende der Stunde noch das Spiel Tic Tac Toe an der Tafel erklärt.

Im Anschluss machten wir viele Fotos mit Ihnen und wir unterhielten uns. Überall wo wir standen, bildeten sich sofort große Schülertrauben um uns herum, die unbedingt Fotos mit uns machen und sie anschließend sehen wollten. Sie freuten sich riesig darüber, sich auf einem Foto zu sehen und zeigten dies mit Freudenschreien.

Nach den vielen Fotos gab es Essen (Süßkartoffeln, Bohnen und Kraut, danach gab es noch Mais.)

Im Folgenden gingen wir mit den ca.900 Schülern und 25 Lehrern auf den Pausenhof, um Frisbee zu spielen.Das war sehr interessant zuzusehen. Wir spielten sehr lange und alle hatten ziemlich viel Spaß.Wir Mädchen haben die ganze Zeit die Haare gestreichelt bekommen und wir wurden auch sehr oft gefragt, ob wir Bilder mit den Schülern machen können.

Da es unser letzter Tag an der Partnerschule war, haben die Schüler uns tanzen beigebracht. Janis und Jonah zeigten ihren sehr amüsanten Tanz. Zum Abschied erhielten wir erneut handgefertigte Bilder und selbstgemachte Modelle.

Allmählich mussten wir uns leider auf den Rückweg machen und uns verabschieden. Die Schüler allerdings begleiteten uns bis zu unserem Bus Hand in Hand.

Eigentlich sollten wir noch zu einem Museum fahren,aber der Plan änderte sich. Danach fuhren wir mit dem Bus zu unserem Hotel und warteten, bis die Schneiderin kam, um uns auszumessen für unsere maßgeschneiderten Kleider.Es gewitterte und regnete. Drei unserer Partnerschüler, die vor zwei Jahren bei uns waren,kamen dann zu uns und wir sahen sie endlich wieder, auch der ehemalige Schulleiter Charles besuchte uns zusammen mit seiner Frau. Es war sehr emotional für die Gruppe… Wir hatten ziemlich viel Spaß und es war ein einmaliger Abend.

Selma & Lea J.

Tag 3: Welcome-back-Party in Vumbi

Unser Tag begann um 7.30 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück. Danach brachen wir zum Markt auf, um uns Stoffe auszusuchen. Diese waren sehr bunt und farbenfroh, so dass es uns schwerfiel, uns zu entscheiden. Das Gebäude war mehrstöckig und es kam uns sehr überfüllt vor. Es war sehr ungewohnt für uns, dass man unterschiedliche Preise gesagt bekommt. Um einen guten Preis zu bekommen, mussten wir allerdings handeln. Daraus soll schöne Kleidung für uns entstehen.

Anschließend gingen wir zur Unterkunft zurück, um uns für den Empfang von unserer Partnerschule schick zu machen. Wir kamen allerdings gar nicht hin, da es sehr stark geregnet hatte und der Bus die Straße nicht befahren konnte. Die letzten drei Kilometer mussten wir also zu Fuß zurücklegen. Auf dem Weg dorthin begleiteten uns schon einige süße Kinder, sie wollten uns an die Hand nehmen, um uns hinzuführen. Dabei fühlten wir uns sehr stolz, geehrt und komisch zugleich.

An der Schule angekommen standen alle ca. 900 Schüler 500 Meter lang Spalier, um uns rhythmisch mit Gesang und Klatschen zu begrüßen. Als wir die letzten passiert hatten, liefen diese wieder nach vorne, so dass die Reihen nicht aufhörten. Die Schule hatten uns einen Unterstand gebaut und diesen mit frischen Zweigen und Ästen ausgelegt, wir selbst nahmen auf bequemen Holzmöbeln Platz. Dort begannen schließlich Tänze, Gesänge und sogar Musikstücke begleitet durch ein Keyboard, was uns sehr bewegt und ergriffen hat. An dieser Stelle mussten schon einige von uns weinen.

Leider setzte dann heftiger Regen ein, so dass der Empfang in ein Klassenzimmer verlegt werden musste. Die Lehrer versuchten, so viele Schüler wie möglich ins Trockene zu bringen, aber der Raum war sehr begrenzt. Trotzdem stellten sich einige an die Fenster, um von draußen alles sehen zu können. Das machte uns sehr betroffen und traurig, dass wir im Trockenen sitzen konnten, während der Großteil der Schüler draußen wartete. Nach den Reden von Schülern und Lehrern beider Schulen, überreichten wir uns gegenseitig Geschenke. Wir waren von den handgemachten Grußkarten so gerührt, dass einige von uns erneut weinen mussten.

Schließlich ging es zum Essen, es wurde uns Maniok, Bohnen und als Nachtisch Bananen serviert. Nach kurzem Zögern und Skepsis, ob uns das Essen schmecken würde, waren wir angenehm überrascht und fanden alles lecker. Wir fühlten uns sehr wertgeschätzt und waren überwältigt von der außergewöhnlichen Gastfreundschaft. Nach der Verabschiedung ging es wieder zu Fuß zurück zum Bus, uns begleitete dabei ein Teil des Kollegiums.

Am Abend gingen wir chinesisch essen, wobei Restaurant und Essen ein bisschen anders waren, als wir es von zuhause kennen.

Anna, Bastian, Marie, Hannah, Lea G.

Tag 2: First steps in Kigali und Königspalast in Nyanza

Der zweite Tag unserer Ruanda-Reise begann um 7:30 Uhr [mit kleiner Verzögerung 😉 und Regen] mit dem Frühstück. Danach wurden wir von unserem Guide Domi abgeholt und fuhren durch Kigali. Unser erster Halt war das Partnerschaftsbüro. Dort wurden wir von Katja Gruber (Direktorin des Partnerschaftsbüros) empfangen und bekamen vieles über die Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda erklärt.

Danach suchten wir eine Wechselstube auf, um unser Geld (Euro – Ruandische Franc) zu wechseln. Dabei sahen wir selbst, dass es vielen Menschen in Ruanda sehr schlecht geht und deshalb auf die Straßen betteln gehen. Unter anderem mussten wir beobachten, wie eine Mutter mit ihrem Kind an unseren Bus kam, um zu betteln, was uns sehr berührte. Von der Wechselstube aus begann dann unsere Stadtrundfahrt, wobei wir viele neue und moderne Gebäude entdeckten, aber auch gleichzeitig, dass viele kleine ärmliche Hütten an diese direkt angrenzen. Während der Rundfahrt waren wir unter anderem direkt vor dem berühmten Hotel Des Mille Collines, welches wir aus dem Film „Hotel Ruanda“ kennen. Dabei mussten wir sofort an die bewegenden Szenen aus dem Film denken, als der Genozid in Ruanda begann. Zwischendurch mussten wir auch wieder mal unseren Hr. Priester bei einem genüsslichen Kaffeetrinken stören und wieder einsammeln. Während der Fahrt haben wir aber auch den ein „bisschen“ anderen Straßenverkehr kennengelernt, wie z.B., dass sich Motorradfahrer zwischen jedes Fahrzeug durchquetschen, dass bei Ampeln die Sekunden der verbleibenden Wartedauer angezeigt werden, aber auch, dass die Polizisten hier in den SUV’s hinten auf der Ladefläche sitzen und von dort aus den Verkehr, etc. überwachen. Gegen 14 Uhr reisten wir dann weiter nach Nyanza zum Königspalast, den wir so um ca. 16.15Uhr erreichten. Während der Fahrt hat uns Domi den Chiro (Klatschrhytmus) beigebracht. Dort angekommen, bekamen wir dann eine Führung durch den Königspalast mit vielen Infos darüber. Während der Führung gingen wir zunächst in den alten Königspalast, eine riesige prachtvolle Hütte des ehemaligen Königs, danach jeweils ins Milch- und Bierhaus, dann zu den vielen Inyambos ( königliche Rinder) und zum Schluss ins neue Museum bzw. in den neueren Königspalast.

Nach der Führung fuhren wir weiter zu unserer jetzigen Unterkunft nach Huye, in der wir noch zu Abend aßen und nun den Abend zusammen ausklingen lassen. Was uns allerdings bis jetzt noch sehr nahe geht, ist, dass ein ca. 11 bis 13-jähriger Junge unserem Bus während der Stadtrundfahrt in Kigali locker einen Kilometer lang hinterher gerannt ist, nur um einige von uns durch das geöffnete Fenster abklatschen zu können.

Dennis und Janis

Tag 1: Los geht’s! Auf nach Ruanda

Nach eineinhalb Jahren intensiver Vorbereitungen ist es endlich soweit: Sicherheitskontrolle und Boarding, dann geht es über Amsterdam nach Ruanda. Letzte Grüße aus Frankfurt.

Für einiger unserer Schüler war es der erste Flug in ihres Lebens, den sie aber souverän hinter sich gebracht haben. Grüße aus Amsterdam👍🇱🇺

Nach weiteren achteinhalb Stunden Flug landeten wir planmäßig in Kigali, ein Gepäckstück muss uns allerdings noch aus Amsterdam hinterher reisen. Nachdem herzlichen Wiedersehen mit unserem Guide Domi, wurden wir in unsere erste Unterkunft nach St. Paul gebracht und genossen dabeisaß farbenfrohe Kigali bei Nacht. So, jetzt geht es ab ins Bett, Kraft tanken für Morgen.

Der Countdown läuft‘

Nun ist es endlich soweit. Um konsequent an denen im Beitrag Ruandaprojekt beschriebenen Zielen weiterarbeiten zu können, geht es am kommenden Montag mit 15 Schülerinnen und Schülern und drei Lehrern unserer Schule auf nach Ruanda. Unsere Schülerschaft bietet die Durchführung dieses Schüleraustausches vielfache Vorteile. Neben dem Besuch, dem Kennenlernen und der Umsetzung von gemeinsamen Aktionen und Projekten mit der Partnerschule in Vumbi ist auch der Besuch der Hauptstadt Kigali inklusive des Partnerschaftsbüros, des Kant-Museums, der Genozid-Gedenkstätte Gisozi, eines Fußballcamps, eines Straßenkinderprojektes und der Besuch des nagelneuen VW-Werkes auf dem Programm. Außerdem sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in den Landwirtschaftsbereich (Besuch einer Tee- oder Kaffeeplantage), den Energiesektor (Besuch einer Methanbohrinsel im Kivusee) und die Gesundheitsversorgung (Besuch in einem Gesundheitszentrum) des Partnerlandes Ruanda erhalten. Zusätzlich beschäftigen sich die Schüler ausführlich mit der Geschichte des Landes, indem sie neben einer zweiten Genozid-Gedenkstätte (Bisesero) auch den Königspalast in Nyanza besuchen. Auch werden sie das Land durch den Besuch des Nationalparks Njungwe (tropischer Regenwald) und des Akagera Nationalparks (Safari) in seiner ganzen Flora und Fauna kennenlernen. Der Besuch einer TWA-Schule und des Kunsthandwerkprojektes Imigongo runden das vielfältige Programm ab.

Unsere Partnerschule

Unsere Partnerschule in Vumbi unterrichtet mittlerweile – inclusive eines Kindergartens – mehr als 800 Schülerinnen und Schüler. Die jüngeren werden in zwei „Schichten“ (eine am Vormittag und eine am Nachmittag) versorgt, die älteren Klassen haben Unterricht von 7.00 bis 15.00 Uhr mit der gleichen Vielfalt an Fächern wie bei uns. Der künftige Schwerpunkt der Schule soll sein, auf dem Weg zum Abschluss berufliche Perspektiven aufzeigen zu können.

Das Ruandaprojekt

Unsere Schule engagiert und beschäftigt sich im Rahmen einer Schulpartnerschaft mit dem Centre Scolaire Vumbi bereits seit vielen Jahren intensiv mit und für Ruanda. Kurz nach der Gründung der Partnerschaft mit Ruanda durch die Stadt Zweibrücken 1987, rief die damalige Kollegin Ingeborg Quast das Projekt an unserer Schule ins Leben und hat dieses auch über Jahre geleitet. Sie hat das Schulprojekt in Ruanda initiiert, mitgestaltet und geprägt.Zunächst unterstützten wir die Partnerschule mit Sachspenden (Schulinventar), dann folgten Spendenaktionen unter dem Motto „Arbeiten für Ruanda“ (zum Beispiel Autowaschaktionen). 2001 rief der damalige Schulleiter Robert Paul zusammen mit dem damaligen Verbindungslehrer Wulf Frick einen Spendenlauf über 50 km ins Leben. Das als „Hungermarsch“ konzipierte Projekt wurde nachfolgend auch mit der Option auf einen
25 km-Marsch ergänzt, um mehr Schüler in das Projekt einbinden zu können. Mit bis zu maximal 200 sich aktiv beteiligenden Schülerinnen und Schülern sammeln wir seither jährlich Spendengelder für unsere Partnerschule in Vumbi, mit denen zunächst Gebäude errichtet und später die Ausstattung mit Unterrichtsmaterialien und die Finanzierung des laufenden Unterrichts unterstützt wurden und werden. Darüber hinaus wurden 2011 mit einer umfangreichen Spende und der Unterstützung von Human Help Network der Bau von Toiletten mit Wasserspülung und die Wasserversorgung durch die Installation von großen Regenwasserzisternen ermöglicht. Die jüngsten Projekte unserer Partnerschule mit Hilfe unserer Spendengelder waren der Bau einer Bibliothek mit Schulbuchausleihe und einer weiteren Zisterne im Jahre 2014.Neben den jährlichen Spendenläufen führten wir am 19. Juni 2012 eine Lesung mit Hanna Jansen durch, die aus ihrem Roman „Herzsteine“ (Thema war der Völkermord in Ruanda) vorlas. An diesem Tag konnte Hanna Jansen, die persönlich Ruanda bereist und 17 Kinder aus Ruanda adoptiert hat, alle Schüler/-innen der achten Klassenstufe sowie die Schülervertretung mit ihren Berichten und Erzählungen berühren. Auch in einem öffentlichen Rahmen, bezüglich des 30-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen der Stadt Zweibrücken mit Ruanda, konnten wir unser Schulprojekt am 5.11.2012 im Rathaus mit einer kleinen Ausstellung unter Anwesenheit des ehemaligen Ministerpräsidenten Vogel als Initiator der Partnerschaft zwischen Rheinland – Pfalz und Ruanda präsentieren. Außerdem organisierten wir 2014 einen SV-Tag zu Ruanda, an dem unsere Klassensprecher/-innen und deren Stellvertreter-/innen von Frau Mona Harbich, vom Referat Entwicklungszusammenarbeit mit dem Partnerland Ruanda des Ministeriums durch einen Vortrag mit Berichten und Bildern einen Eindruck von unserer Partnerschule und deren Arbeit vor Ort bekamen. Es gab auch einen regelmäßigen Briefkontakt zwischen der Schülerschaft beider Schulen: So erhielten wir mindestens einmal im Schuljahr Sammelbriefe von unserer Partnerschule und schrieben mit ausgewählten Klassen – meist im Englischunterricht – individuelle Antwortbriefe zurück.Dieser Vortrag war letztlich für uns auch Anlass dafür, im Februar 2017 mit 15 Schülerinnen und Schülern nach intensiven Vorbereitungen unsere Partnerschule zu besuchen, um die Partnerschaft durch das persönliche Kennenlernen zu bereichern und auf eine neue Ebene zu bringen. Wir wollten nicht mehr länger nur“ unterstützende Helfer“, sondern ganz bewusst „Partner auf Augenhöhe“ sein. Dies mit dem Ziel, durch die direkte Begegnung die Grundlage für eine wirkliche Freundschaft für die Zukunft zu legen. Unterstützt bei unserem Vorhaben wurden wir damals auch von der Bundestagsabgeordneten Anita Schäfer und dem ruandischen Botschafter Igor Cesar, die uns an der Schule extra besuchten und die Schülerinnen und Schüler auf den Besuch unseres Partnerlandes einstimmten.

Diese Fahrt war für alle Beteiligten ein voller Erfolg und ein unvergessliches, sowie zugleich prägendes Erlebnis. Neben dem Anwenden und Üben der englischen Sprache (in Ruanda ist seit 2009 Englisch die erste Fremdsprache bzw. auch offizielle Amtssprache) bot eine Fahrt nach Ruanda für unsere Schülerinnen und Schüler eine sicherlich einmalige Chance, das Partnerland von Rheinland-Pfalz mit seiner faszinierenden Landschaft, dem vielseitigen Miteinander traditioneller und modernen Kultur und der friedlichen Koexistenz verschiedenster Religionen kennen zu lernen. Am beeindruckendsten war aber die Begegnung mit Menschen und Projekten unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppen. Ob nun der Besuch eines Straßenkinderprojektes in Kigali, einer Schule für behinderte Kinder (Partnerschaftsprojekt des Ruandavereins in Zweibrücken), einer Schule für Kinderder Twa-Minderheit und eben dem Besuch der Partnerschule in Vumbi: Die jeweiligen Erfahrungen waren für alle Beteiligten überwältigend.

Die Erlebnisse beim Kennenlernen unseres Partnerlandes weckten bei unseren Schülerinnen und Schülern das Bewusstsein für eine gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung und stärkten ihre interkulturelle Kompetenz, was uns besonders in der heutigen Zeit wichtiger denn je ist. Um die Partnerschaft zwischen den beiden Schulen weiter voranzubringen und zu bereichern (beispielsweise durch einen regelmäßigen Informationsaustausch der Schülerschaften beider Schulen über eine eigene interaktive Schulplattform, Facebook, E-Mail etc.), ist im besonderen Maße der persönliche Kontakt wichtig und notwendige Voraussetzung dafür, gemeinsame Projekte zu initiieren. Deswegen hatten wir unsere Partnerschule vom 29. November bis 9. Dezember zu einem Gegenbesuch nach Zweibrücken eingeladen. Insgesamt zwei Lehrer sowie sechs Schülerinnen und Schüler konnten uns besuchen und dadurch unsere Schulpartnerschaft weiter bereichern.

Vorbereitet und begleitet waren beide Besuche im Rahmen einer kontinuierlichen AG – Arbeit in Zusammenarbeit mit renommierten externen Dozentinnen und Dozenten verschiedenster Organisationen (mit Hilfe der Initiative Bildung trifft Entwicklung), einem engen Kontakt zu der Gruppe ruandischer Studenten an der TU Kaiserslautern und insbesondere dem ehemaligen Leiter des Kontaktbüros in Kigali, Herrn Fischer. Alle Besuche sind auf unserer Schulhomepage dokumentiert und verlinkt.

Beim Begegnungsfest der Kulturen in Zweibrücken vor zwei Jahren war unsere Schülergruppe mit einem Stand präsent – dies ist auch für die diesjährige Veranstaltung am 11.05.2018 geplant. Das Partnerschaftsprojekt hat bei allen öffentlichen Schulveranstaltungen, wie z. Bsp. Konzerten, Weihnachtsbasar und Tag der offenen Tür einen exponierten Platz und wird auch von der örtliche Presse in besonderer Weise begleitet. So hat die Rheinpfalz nach der ersten Reise einen Fotowettbewerb organisiert und im Rahmen des Besuchs aus Ruanda hat die Stadt Zweibrücken in Zusammenarbeit mit unserer Schule eine Stadtrally auf Englisch konzipiert, was auch von der Presse begleitet war. Das ganze Projekt erfolgt in engster Zusammenarbeit mit dem Ruandareferat im Innenministerium und wird von der ganzen Schulgemeinschaft getragen. Vor allem Herr Meier, seit 2012 Schulleiter der MRZ+, hat von Beginn an alle „Ruanda-Aktivitäten“ weitergeführt und befürwortet. Ebenso hat er durch die Unterstützung der Initiative von Cornelia Müller, Peter Hoffmann und Herrn Priester in Form von ausführlichen Besprechungen in allen schulischen Gremien an dem letztlich entscheidenden Gesamtkonferenzbeschluss für die Intensivierung des Kontaktes zur Partnerschule maßgeblich mitgewirkt und freut sich, dass an seiner/unserer Schule nun ein solches nicht alltägliches Angebot gemacht werden kann und hofft u.a. auf die Unterstützung der regionalen Unternehmen.

Neben der Intensivierung unserer Schulpartnerschaft und der Planung weiterer gemeinsamer Projekte (Aufbau einer eigenen interaktive Schulplattform) versprechen wir uns durch all unsere Aktivitäten natürlich auch für unsere Schülerinnen und Schüler ein besseres Verständnis anderer Kulturen und damit eine bessere Integration von Ausländern, sowie einen verantwortungsvolleren bzw. bewussteren Umgang mit unseren Ressourcen hinsichtlich des Umweltschutzes und des Energiemanagements (wesentliche Bestandteile der strategischen Werte und Ziele der ruandischen Gesellschaft).