Tag 15: The last steps in Ruanda

Unser letzter Tag in Ruanda startete um 7 Uhr mit dem letzten gemeinsamen Frühstück 🍳. Nachdem wir uns gestärkt hatten, packten wir unsere Reisekoffer in einen gemeinsamen Raum, um sie für Flug am Abend schnell griffbereit zu haben.

Unser erste Station war die Volkswagenfabrik in Kigali, die im neu angelegten Industriegebiet der Stadt liegt. Auf der Fahrt dorthin konnten wir sehen, dass wie in vielen Regionen der Stadt, sehr viel gebaut wird, man kann die Aufbruchstimmung richtig spüren. In der Fabrik angekommen wurden wir vom General Manager und dem Supervisor freundlich empfangen, die uns den Aufbau der Anlage, die Produktionskapazitäten, Verkaufsstrategien und Automodelle 🚘 vorstellten. Dabei bekamen wir auch ein Modell zu sehen, dass es bei uns in Deutschland nicht zu kaufen gibt, den Teramon. Diesen gibt es nur für den amerikanischen und afrikanischen Markt. Die Autos werden nicht komplett in Kigali produziert, sondern von Südafrika mit dem Schiff nach Daressalam und per Laster in die ruandische Hauptstadt gebracht. Volkswagen testet dort auch gerade ein neues Car-Sharing-Projekt aus, das wegweisend für den amerikanischen und europäischen Markt sein soll. Dabei werden auch Elektroautos mit Unterstützung von Siemens im Modell Golf verwendet, diese Flotte soll auch weiter ausgebaut werden. Nach der Verabschiedung bekamen wir von Domi und Noel weitere Firmen gezeigt, die sich dort angesiedelt haben und wichtig für die Entwicklung des Landes sind.

Danach steuerten wir ein weiteres Kinder-Projekt im gleichen Stadtteil, „Les enfants de dieu“ in Gasabo an. Es wurde in den 60er-Jahren von einem indischen Geschäftsmann gegründet, der Straßenkindern helfen wollte. In den folgenden Jahrzehnten vergrößerte sich die Organisation, gerade nach dem Genozid gab es sehr viele Kinder, die ihre Eltern verloren hatten. Momentan sind 52 Kinder untergebracht, die innerhalb eines halben Jahres wieder an das Leben an einem festen Ort gewöhnt werden, danach kommen sie bestenfalls in ihre eigene Familie zurück und gehen wieder zur Schule. Die Unterstützung reicht bis zu einem Beginn eines Studiums mit staatlicher Förderung. Auf dem Komplex befinden sich mittlerweile zwei Schulungs- und Verwaltungsräume, eine Bibliothek, Schlafsäle, eine Küche, sanitäre Anlagen, ein Kunstsaal und eine Schneiderei. Die beiden letzten Einrichtungen sollen dem Projekt helfen, Einkommen zur Unterstützung des Projekts zu verdienen.

Nach einer herzlichen Verabschiedung fuhren wir anschließend zu einem kleinen Kunsthandwerksmarkt, wo wir uns noch letzte Mitbringsel für daheim kaufen konnten. Nach unseren Einkäufen ging es in eine Einkaufs-Mall, wo wir zu Mittag aßen. Anschließend kehrten wir ins Hotel zurück, um unsere geschneiderten Kleider zu bekommen. Nachdem wir diese erneut anprobiert hatten, verpackten wir alles und luden die Koffer in den Bus, um gegen 17.45 Uhr in Richtung Flughafen aufzubrechen. Dort angekommen mussten wir durch strenge Sicherheitskontrollen, um das Gelände zu erreichen. Am Eingang verabschiedeten wir uns unter Tränen von Domi und Noel, die uns in den letzten beiden Wochen umsorgt hatten. Der Abschied ist uns allen sehr schwer gefallen.

Am Flughafen erfuhren wir, dass es Probleme mit unserem Anschlussflug von Amsterdam nach Frankfurt gibt. Wegen des Orkans “ Sabine“ wurde dieser Flug annulliert. Der Flug von Kigali startete zwar planmäßig, wo wir allerdings in Europa landen würden, war unklar.

Es blieb also spannend…..

Tag 16: Wir kommen…

An lieben Leser,

trotz widriger Umstände und etwas Chaos haben wir nach Umbuchung unseres Fluges das Gate B17 in Amsterdam gerade noch rechtzeitig erreicht. Es geht also gleich zurück nach Frankfurt🛩✈️, gesund, guter Laune, aber ohne Gepäckstücke👜💼🤷‍♀️🤷‍♂️.

Deutschland🇩🇪, wir kommen…

Und Dankeschön an die über 1600 Leser unseres Blockes.

Tag 14: Kunstprojekt und Shopping-Tour

Heute ging es nach dem gemeinsamen Frühstück in Richtung Kinderstraßenprojekt der Root-Foundation, welchem wir vor einigen Tagen schon einen Besuch abgestattet hatten. Dort angekommen wurden wir kurz vom Projektleiter in das geplante Kunstvorhaben eingewiesen und dann ging es auch direkt los. Danach durften wir die Außenmauer mithilfe einer selbstgebastelten Leiter, Farben, pinseln und Farbrollen streichen und bemalen. Zuerst mussten wir die Außenwand weiß grundieren und anschließend farbenfroh bemalen. Nach etwa einer Stunde ist eine kleine Gruppe von uns mit den einheimischen Kindern an eine Wasserstelle Wasser holen gegangenen, um die kostbare Farbe auszudünnen und um die Pinsel und Farbrollen später reinigen zu können. Dies war allerdings sehr mühsam und und wegen des kleinen Rinnsals bedurfte es viel Geduld. Danach konnte sich das Zwischenergebnis des Kunstwerks, welches gemeinsam mit den Straßenkindern unter enormer Hitze entstanden ist, sehen lassen ( siehe Foto) . Laut Projektleiter wird das Bild in weiteren Etappen fortgesetzt. Aus das versprochene Foto des Endergebnisses freuen wir uns jetzt schon. Nach einer herzlichen Verabschiedung haben einige noch Kontakte ausgetauscht, um weiterhin in Verbindung bleiben zu können.

Nach dieser gelungenen Aktion stärkten wir uns mit einem kleinen typischen ruandischen Imbiss, um anschließend noch kleine Mitbringsel zu ergattern. Zuerst sind wir auf einen Handcraftmarkt und danach auf einen landestypischen Markt gegangen, wo einige ihr Verhandlungsgeschick unter Beweis stellen konnten.

Nach dem Markt sind wir alle zu einem indischen Restaurant essen gegangen und haben den letzten Abend genossen. Dabei konnten wir auch zwei von Domis Söhnen kennenlernen.

Am Ende des Abends haben Janis und Dennis eine kleine Dankesrede an Domi und unseren lieben Busfahrer Noél gerichtet und ihnen jeweils einen von uns signierten Fußball überreicht.

Der letzte Tag kann kommen…

Jonah und Valentin

Tag 13: Safari im Akagera-Nationalpark

Heute sind wir bereits vor 06:00 Uhr aufgestanden, um gemeinsam einen sehr schönen Sonnenaufgang zu genießen. Anschließend bauten wir mit den Partnerschülern unsere Zelte ab und frühstückten gemeinsam. Danach begaben wir uns auf den Weg zum Headquarter des Nationalparks, um uns von einem Ranger die dort lebenden Tiere erklären zu lassen. Uns wurden dabei auch viele Knochen wie beispielsweise von Elefanten🐘, Nilpferden, Krokodilen🐊, Antilopen, Affen und vielen mehr gezeigt. Der Ranger wies uns auch daraufhin hin, dass Moskitos die tödlichsten Tiere Afrikas sind (Malaria), gleich danach kommen die Nilpferde, was uns sehr überraschte.

Danach ging es endlich los mit unserer Safari. Zu Beginn erzählte uns unser Ranger sehr viel über die einzelnen Tiere. Vor dem Genozid lebten ca. 300 Löwen 🦁 im Akagera-Park. Nach dem Genozid wilderte man die Löwenbestände, heute sind es 30 Löwen, die wieder in freier Wildbahn leben. Durch die starke Vegetation in dieser Jahreszeit, können Löwen sich sehr gut verbergen, so dass wir leider keinen sehen konnten. Auch die dort lebenden Leoparden konnten wir nicht entdecken. Stattdessen sahen wir viele andere Tiere (Antilopen, Giraffen, Nilpferde, Zebras, Pumbas, Affen, Vögel, Paviane 🐒,Elefanten🐘). Besonders war eine große Pavianfamilie, die abseits der Straße saß, dort genüsslich Gras fraß und sich nicht durch uns stören ließ. Sie hatten Babys dabei und der Ranger erzählte uns, dass sie auf Bäumen schlafen und wenn sie etwas träumen, von den Bäumen fallen können und sich sogar manchmal etwas brechen bzw. sich verletzen ☹️. Es gibt außerdem hunderte von Vogelarten im Park. Außerdem brachte er uns bei, dass Krokodile mit Nilpferden zusammen leben, da der Kot, den die Nilpferde absondern, von Fischen gefressen werden, welche wiederum den Krokodilen als Nahrung dienen. Ein ganz besonderer Moment war für uns, als ganz überraschend eine Elefantenherde vor uns die Straße überquerte, es waren sogar ganz junge dabei. Man bekommt sogar im Bus ganz großen Respekt, wenn solch ein tonnenschweres Tier vor einem steht und lautet trompetet, dann sollte man die Warnung ernst nehmen. Insgesamt war die Safari ein tolles Abenteuer, bei dem wir sehr viel über die Natur und die Tiere gelernt haben😍. Als wir am Ausgang angelangt sind, haben wir uns noch an einen Picknicktisch gesetzt und etwas zusammen gegessen wie z.B. Ananas🍍 und Avocado 🥑.

Auf dem Weg nach Hause hielten noch an der Kunstgemeinschaft Imigongo , wo wir sehr schöne und tolle Bilder gesehen haben. Bei großer Hitze kamen wir nach einer langen Busfahrt schließlich abends mit dem Bus wieder in Kigali an.

Die ganze Zeit herrschte eine tolle Stimmung, wir haben Musik gehört und dazu gesungen. Wir hatten alle sehr viel Spaß. Am Ende des Tages kam noch die Schneiderin zu uns, um nachzusehen, ob unsere geschneiderten Kleider passten oder noch Änderungen vorgenommen werden mussten. Nach dem Abendessen gingen wir dann schließlich erschöpft ins Bett.

Selma und Lea Jost

Tag 12: Fahrt in den Akagera National Park

Der Tag startete um 09:00 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück. Wir warteten auf unsere Partnerschüler und fuhren dann um 11:15 Uhr zum Akagera-Nationalpark.

Um ca.12:45 machten wir den ersten Stopp an einem Supermarkt und kauften etwas zum Mittagessen. Nach dem Einkauf fuhren wir weiter und bewunderten eine wunderschöne Landschaft mit Bananenpalmen, Reis- und Maisfeldern und einer Fischzucht, bei der Hasenkästen auf einem Gestell über dem Wasser standen. Der Kot, denn die Hasen ausscheiden, fällt ins Wasser und dient als Fischfutter. Gegen Mittag hielten wir an und nahmen einen kleinen Imbiss zu uns. Danach ging es durch die immer flacher werdende Landschaft weiter. Als wir im Nationalpark ankamen und in Richtung Headquarter fuhren, entdeckten wir unterwegs auch schon die ersten Zebras und genossen die überwältigende Aussicht auf die Savannenlandschaft. Am Zeltplatz angekommen begannen wir vor dem Panorama des Ihema-Sees und Blick auf Tansania mit dem Aufbau unserer Zelte.

Danach wurden wir von den Lehrern dazu eingeteilt, um die Zelte aufzubauen, was allerdings für mache nicht so einfach war. Nach dem das geschafft war, haben die meisten noch Bilder mit dem sehr malerischen Sonnenuntergang gemacht. So gegen 18:30 Uhr haben die Lehrer, Domi und Noël das Abendessen vorbereitet, was wir dann gemeinsam genossen.

Nach dem Abendessen setzten wir uns ans Feuer, wo die beiden Geburtstagskinder der Woche, Bastian und Janis, mit zwei Geburtstagstorten von Domi überrascht wurden. Für unsere ruandischen Freunde war sowohl die Torte als auch das Feiern eines Geburtstags komplett ungewohnt. Danach ließen wir den Abend gemeinsam am Lagerfeuer mit Musik und Tanz ausklingen.

Hannah und Max

Tag 11: Besuch der Genozid-Gedenkstätte Gisozi und des Straßenkinderprojekts Esperance

Nach dem Frühstück fuhren wir gegen 10 Uhr noch kurz in die Innenstadt, um Blumen zum Niederlegen an der Gedenkstätte in Kigali zu kaufen. In der Gedenkstätte angekommen bekamen wir einen kurzen Film über den Genozid von 1994 gezeigt, der als Einstimmung in dieses Thema sorgen sollte. Danach sind wir in das Museum gegangen, in dem wir die Ursachen, Verlauf und Ende des tragischen Genozides in Ruanda näher kennengelernt haben. Der Genozid wurde am 6. April 1994 durch einen Flugzeugabschuss ausgelöst, als die Präsidenten von Burundi (Cyrien Ntaryamira) und Ruanda (Juvénal Habyarimana) starben. Der ruandische Radiosender RTLM rief in den folgenden Tagen den Volksstamm der Hutu zum Töten der Tutsi auf, die seit Jahrzehnten durch die Regierung verfolgt und als Verursacher aller Probleme bezichtigt wurden. In den folgenden 100 Tagen wurden ungefähr eine Million Menschen umgebracht, ohne dass die Weltöffentlichkeit rechtzeitig regierte. Erst der Einmarsch des Rebellenführers und späteren Präsidenten Paul Kagames beendete en Völkermord. Nach dem Museum gingen wir zu den Gräbern der Opfern des Genozids und legten dabei unsere Rosen auf die Grabsteine der dort bestatteten ca. 250.000 Menschen. Es werden in Ruanda immer noch Opfer dieser Zeit gefunden und dort zur letzten Ruhe gebettet. Auf Marmortafeln werden die Namen der identifizierten Opfer verzeichnet. Die Stimmung an diesem Ort war sehr bedrückend und traurig.

Danach ging es wieder in die Innenstadt von Kigali, um noch Souvenirs und Mitbringsel zu besorgen. Danach fuhren wir in die Unterkunft, um uns schnell für die Fußballschule von unserem Guide Domi umzuziehen.

An der Fußballschule in Kigali angekommen wurden wir herzlich empfangen und es wurde uns dieses Projekt, das von der FIFA seit 2012 unterstützt wird, genauer vorgestellt. Dabei wurde auch erklärt, dass Kinder aus allen Einkommensschichten verschiedene Sportarten ausüben und gefördert werden. Danach wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt und kamen selbst sportlich zum Einsatz. Die eine Gruppe spielte Volleyball und die andere Fußball mit den Kindern (6-20 Jahre). Nach den Spielen überreichten wir den Organisatoren mitgebrachte Fußbälle und Frisbeescheiben und beendeten den Besuch mit gemeinsamen Tänzen, die uns allen sehr viel Spaß machten. Um 18.00 Uhr haben wir uns dann wieder auf die Rückreise zu unserer Unterkunft nach Kigali gemacht und aßen gemütlich noch etwas zu Abend.

Janis & Dennis

Tag 10: Rückkehr nach Kigali (Kandt-Museum und Root-Projekt)

Heute sind wir erst um 7.30 Uhr aufgestanden, was uns, glaube ich, allen gut tat, nachdem wir am Vortag für den Bisoke-Vulkan ja so früh aufstehen mussten. Nach einem ausgiebigen Frühstück verstauten wir die Koffer im schon bereitstehenden Bus, in dem auch schon unser lieber Busfahrer Noel wartete. Dann begaben wir uns in Richtung Kigali. Wir hatten zwei kurze Zwischenstopps, wo wir Rast machen konnten. Auch konnte man dort das in Ruanda beliebte Chili-Öl 🌶 Akabanga kaufen. Manche nutzten die Gelegenheit sich auch dort den bei den Einheimischen beliebten Maracuja-Sirup zu besorgen. Auf der weiteren Fahrt bot uns sich in einer Kurve ein so schöner Blick auf Kigali an, dass wir schon fast gezwungen waren Bilder zu machen. In Kigali angekommen, checkten wir erneut im Guest-House St. Paul ein, wo wir schon die erste Nacht verbracht hatten.

Als ersten Ausflugspunkt besuchten wir das Kandt-Museum. Richard Kandt war der erste deutsche Forscher im damaligen Königreich Ruanda und dann später Gouverneur in der kaiserlichen Kolonie Ostafrika. Sein für ihn damals im europäischen Stil erbautes Haus wurde 2004 in ein Museum umgebaut und beherbergt heute eine Ausstellung zur Landeskunde seit Ankunft der Europäer. Anschließend fuhren wir zu einem Imbiss, wo wir kleine ruandische Snacks zu uns nahmen.

Danach ging es direkt weiter zu dem Straßenkinder-Projekt der Root-Foundation. Die Organisation kümmert sich um bedürftige Eltern und ihre Kinder und versucht durch Bildung und Förderung Zukunftsperspektiven zu bieten. Nachdem wir uns alle kurz vorgestellt und Infos zum Projekt erhalten haben, gingen wir nach draußen, um ein Spiel als „Eisbrecher“ durchzuführen, was auch sehr gut gelang. Danach zeigten die Kinder traditionelle und moderne Tänze, wo wir bald auch zum Mitmachen aufgefordert wurden. Nach anfänglichem Zögern tanzten wir bald alle begeistert mit. Im Laufe des Aufenthalts wurden die Haare der Mädchen wieder sehr interessant, manche wurden sogar frisiert. Nach einem abschließenden Gruppenfoto mussten wir irgendwann dann auch leider wieder gehen. Dabei tat es uns sehr leid, von den Kindern Abschied zu nehmen, für manche war es auch sehr emotional. Wir sind froh, am Sonntag nochmal zurück zu kommen und bei einem großen Kunstprojekt mithelfen zu können.

Wanja & Urs